Kryptogeld verlangt Konsumsteuer und Grundeinkommen

Der folgende Artikel ist einer Übersetzung dieses Artikels von Rick Falkvinge, dem Gründer der schwedischen Piratenpartei. Ich fand ihn so interessant, dass ich ihm zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen wollte und deswegen übersetzt habe (Korrekturen immer noch möglich).

Kurgefassung: Kryptogeld wie Bitcoin erlaubt den Menschen, anonym und gebührenfrei Geld zu transferieren. Es wird sich daher durchsetzen – und Staaten vor das Problem stellen, Einkommen und Vermögen der Bürger nicht mehr messen zu können. Steuern auf Einkommen werden also nicht mehr gehen – und auch das Sozialsystem kann nicht mehr auf Bedürftigkeit basieren. Wir brauchen also Konsumsteuern und ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

Auch wenn ich einige seiner Implikationen beim BGE nicht teile, finde ich den beschriebenen Zusammenhang zu Kryptogeld hochspannend – einem Geld, was doch sonst auch ziemlich “piratig” klingt, oder?


Argumente für Flat-Tax und Grundeinkommen

Ich habe letzte Woche etwas mit Bitcoin herumexperimentiert. Wie bei jeder neuen Technologie, die grundlegend die Sichtweise verschiebt, gibt es Fans und Schwarzmaler, es gibt Pollyannas und es gibt Valentis.

Eine tiefergehende Analyse werde in späteren Artikeln bringen. Zunächst einmal will ich nur sagen: Es steht völlig außer Zweifel, dass dezentrales Kryptogeld kommen wird. Seine Vorteile sind so deutlich, dass es das klassische Banken- und Transaktionssystem in allen Punkten mit links schlägt. Feiertage? Gesperrte Guthaben? Steuern? Gebühren? Alles Konzepte, die so irrelevant und anachronistisch werden wie z.B. gewerkschaftlich ausgehandelte Arbeitsbedingungen von Stallknechten.

Es muss nicht Bitcoin sein, dass letztlich die Standard-Krytowährung sein wird, aber darum geht es nicht, genauso wie es egal ist ob wir BitTorrent, OneSwarm oder etwas robusteres für dezentrales Filesharing nutzen. Filesharing ist auf dem konzeptuellen Level interessant, nicht BitTorrent an sich. Dasselbe gilt für Kryptogeld.

Der Aha-Effekt, den man hat, wenn man ein paar Bitcents an jemanden auf der anderen Seite der Erde schickt und er es sofort bekommt, ohne dass irgend jemand weiß, dass man gerade Geld geschickt hat oder dass der Empfänger es bekommen hat, und ohne dass irgend jemand einen an der Überweisung hindern kann (außer physisch in meiner Wohnung) — dieses Gefühl ist tiefgreifend. Und das sind auch die Auswirkungen. In diesem Artikel werde ich mich auf die politischen Implikationen konzentrieren, in weiteren Artikel gehe ich tiefer auf das Thema ein.

Der Anwendungsfall ist bislang begrenzt durch den Netzwerkeffekt. Man kann Bitcoin für nahezu nichts, naja, Praktisches benutzen. Aber wie ich schon sagte, darauf komme ich zurück.

Aus der politischen Perspektive aber bedeutet das, dass das Steuer- und Sozialsystem neu gedacht und gestaltet werden müssen, und zwar erheblich und sofort.

Steuersystem in einer Welt mit Kryptogeld

Kryptogeld stellt uns vor neue Herausforderungen. Die Regierung kann weder das Vermögen des Einzelnen einsehen, noch den Zufluss oder Abfluss von Kapital, und zwar egal mit wieviel angewandter Macht.

Ich weiß, dass viele Leute in Regierungen darauf mit “Normalitätsbias” reagieren und rufen werden “Aber wir müssen das doch!”. Es ist egal ob ihr es müsst. Ihr könnt es nicht. Punkt.

Daraus folgt, dass weder Steuern noch soziale Unterstützung auf Einkommen oder Vermögen basieren können. Es ist egal ob nur 5% der Leute Kryptogeld nutzen; die Steuermoral ist abhängig von einem Gefühl in der Gesellschaft, dass jeder seinen Beitrag leistet und dass man ein bedeutsames Risiko eingeht, wenn man sich dem zu entziehen versucht. Wenn nur ein winziger Anteil der Leute Kryptogeld nutzt, bricht das zusammen.

Wir werden an diesen Punkt in den nächsten 10 Jahren kommen. Keine Zeit zum Kopf-in-den-Sand-Stecken.

Also, zunächst das Steuersystem. Steuern können nicht mehr Einkommen oder Vermögen zur Grundlage haben. Alle Einkommensteuern fallen weg, sowohl die, die der Arbeitgeber zahlt als auch die des Arbeitnehmers. (Ein schöner Nebeneffekt: Illegale, nicht-besteuerte Arbeit, also Schwarzarbeit, gibt es per Definition nicht mehr.)

Es bleiben eine Reihe andere Dinge, die wir besteuern können. Wir können Grund und Boden besteuern, wie im 19. Jahrhundert. Aber, wär das nicht ziemlich wie… das 19. Jahrhundert? Was gibt’s noch? Wir könnten Gebäude besteuern, Häuser, Autos, Benzin, alles unbeliebte Steuerobjekte. Sehr unbeliebte.

Oh, und wir können Konsum besteuern.

Die Mehrwertsteuer ist bereits eine der größten Einnahmequellen in den europäischen Staaten. Im Unterschied zu einer “Verkaufssteuer” wird sie auf jeden Schritt der Wertschöpfungskette angewandt: Angenommen, wir haben eine Mehrwertsteuer von 25%. Diese schlägt der ursprüngliche Hersteller auf seinen Verkaufspreis auf. Im nächsten Schritt bekommt der Händler diese Steuer vom Staat zurückerstattet (“Vorsteuerabzug”), wenn er vom Hersteller kauft. Aber er muss 25% Steuer auf seinen Verkaufspreis aufschlagen.

Das hat den schönen Effekt, dass es einen Anreiz schafft, an jeder Stelle der Kette die Steuern zu melden, um nämlich den Vorsteuerabzug machen zu können.

Basierend auf den Zahlen aus Finnland und Frankreich genügt es, die Mehrwertsteuer ungefähr zu verdoppeln, um alle anderen individuellen Steuern abzuschaffen. Der Steuerdruck wäre der gleiche, wie auch die Staatseinnahmen: Sie würden nur auf Konsum basieren und nicht auf Einkommen. Gewöhnlich korrellieren beide auf ausreichend hohem Niveau.

Das hat zwei schöne Nebeneffekte: zum einen der offensichtliche Vorteil der Abschaffung von individuellen Steuern. Keine Einzelperson braucht in ihrem Alltag mehr etwas mit der Steuerbehörde zu tun zu haben, niemals mehr. Sie wäre nur noch etwas für Firmen (auch wenn die Steuer bei persönlichem Konsum anfällt, sind es die Firmen, die sie einnehmen, wie heute schon).

Der zweite Vorteil ist: Die ganze Infrastruktur und Bürokratie ist schon vorhanden. Wir müssen nur den Prozentsatz anpassen. Ist das getan, kann eine Menge anderer Bürokratie (der Teil für die ganzen anderen Steuern) wegfallen.

Aber es gibt natürlich auch Nachteile. Der wichtigste: Die Besteuerung ist absolut pauschal. Das betrifft vor allem sozial Schwache und das wollen wir vermeiden. Progressive Besteuerung gilt ja als guter und gerechter Aspekt einer funktionierenden Gesellschaft.

Normalerweise würde man das mit einem Steuerabzug machen. Aber das geht nicht bei der Mehrwertsteuer. Wir können nicht sagen: Lieber Ladenbesitzer, zieh doch etwas von der Mehrwertsteuer bei meiner Colaflasche ab, denn schau mal, laut diesem Schein habe ich noch etwas Steuerabzug offen. Also müssen wir das ganze umdrehen.

Sozialsystem in einer Welt mit Kryptogeld

Sozialsysteme haben immer auf einem Mangel an Einkommen oder Vermögen oder beidem basiert. Aber wenn man beides weder messen noch einsehen kann, was kann man tun?

Ich würde sagen, man hat nur zwei Optionen: Man kann Unterstützung an alle zahlen – oder an niemanden. Da “niemandem zahlen” nicht wirklich eine Option ist, bleibt nur übrig, es allen zu zahlen, völlig ohne Bedingungen. Das bedingungslose Grundeinkommen. Bürgergeld.

Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn es löst das Problem der progressiven Besteuerung. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist im Grunde das gleiche wie ein Grund-Steuerabzug, bevor die Steuer wirkt – plus eine Garantie für einen Mindest-Lebensunterhalt. Wir haben beides sowieso schon.

Das hat auch den schönen Nebeneffekt, dass es alle anderen Sozialleistungen überflüssig macht, von Arbeitslosengeld bis Bafög, inkl. der Bürokratie, die mit dranhängt.

Manche Leute sagen, dass ein Bürgergeld den Anreiz zu Arbeiten völlig aushebeln wird. Ich habe bereits erklärt, warum das Quatsch ist. Kurzversion: GNU/Linux and Wikipedia.

Fazit

Kryptogeld wird kommen. Es kann Bitcoin sein oder etwas ganz anderes, es könnte eine neue Handelsplattform sein, die mehrere Kryptowährungen einbindet. Der entscheidende Punkt ist, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre der Staat die Möglichkeit verlieren wird, das Einkommen und Vermögen der Bürger zu sehen.

Das wiederum bedeutet, dass keine Steuern oder Sozialleistungen auf Einkommen oder Vermögen basieren können.

Ich denke, der richtige Weg mit diesem Problem umzugehen ist, die Steuergrundlage vollständig auf Konsum zu verschieben und somit alle Einkommensteuern zur Mehrwersteuer zu verschieben. Um die Besteuerung progressiv und die Sozialsysteme funktionsfähig zu halten, wird man dies mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden Bürger verbinden müssen, in Höhe eine bestimmten Mindest-Lebensunterhalts.

About these ads

18 thoughts on “Kryptogeld verlangt Konsumsteuer und Grundeinkommen

  1. Jan Schejbal

    Das mit dem “Kryptogeld kommt garantiert” bezweifle ich. Die Idee einer Besteuerung über MwSt. und Grundeinkommen ist aber gar nicht mal so doof – man wird schlagartig zum “Steuerparadies” für personalintensive Arbeit. Wie sieht es aber mit der MwSt. aus, wenn ich als EU-Bürger in einem anderen Land einkaufe? Wenn ich die Wahl hab, meine Einkäufe mit 50% MwSt. im Laden zu kaufen, oder es mir mit wenig MwSt. zollfrei via Internet aus einem Nachbarland zu bestellen, wird das ganze System nicht funktionieren.

    Würde man dieses Problem irgendwie in den Griff bekommen (z. B. indem man das ganze EU-weit macht oder die Mehrwertsteuer immer voll fällig wird), wäre es eine relaitiv schicke Lösung, weil Konsum schlechter vor der Steuer fliehen kann als große Firmen.

    Wobei, die “kreativen Steuersparmodelle” mit Firma A (z. B. ACME Germany GmbH, Deutschland), die Dienstleistungen bei Firma B (z. B. ACME International Services, Cayman Islands) bestellt und ohne Gewinn in Deutschland anbietet und ähnliche Konstrukte (z. B. das was Google und Ikea machen) hätte man wahrscheinlich immer noch.

    Reply
      1. Jan Schejbal

        Der Trick den ich meinte, ist http://en.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_Arrangement – lässt sich sicher irgendwie verhindern, muss aber auch gemacht werden, und die kreativen “Finanzexperten” lassen sich dann was vergleichbares einfallen…

        Meine Meinung zu Bitcoin (dürfte auch auf andere Kryptogelder zutreffen) hab ich unter http://janschejbal.wordpress.com/2011/06/16/probleme-bei-bitcoin-gesellschaftstheoretisch-und-technisch/ (Unten im Abschnitt “Technisch”) ausführlich erklärt. Die Tendenz geht derzeit weg von dezentralen, Client-basierten Systemen zu zentralisierten Systemen mit mächtiger Instanz die alles verwaltet (siehe Facebook). Warum sollte das ausgerechnet bei Geld anders sein? Bargeld gibt es übrigens auch, trotzdem läuft fast alles über Konten.

      2. Georg Post author

        Also sicher gibt es Betrug bei der Mehrwertsteuer, die spannende Frage ist aber, ob der im Vergleich zu anderen Steuerarten leichter oder schwerer zu entdecken ist.

        Wie schon hier beschrieben denke ich, ist der entscheidende Unterschied, dass sie am Ende der Wertschöpfungskette anfällt, also an der Stelle, an der die Anzahl der Handelsbeziehungen meist maximal ist (5000 fertige Zahnbürsten an Endkunden verkaufen vs. einen Plastikklumpen zwischen Rohstofflieferant und Zahnbürsten-Hersteller). Wer also betrügen will, muss das viel öfter und steht somit unter höherem Risiko, entdeckt zu werden.

        Zum Vergleich mit Bargeld: Klar, das hat schon viele Eigenschaften von Kryptogeld – nur: das Transferieren skaliert schwer. Kryptogeld kann ich mit einem Klick ausgeben, Bargeld muss ich hintragen oder abholen. Wie entscheidend sich sowas auf die Nutzung auswirkt, kann man am Pornografie-Konsum vor und nach Internet sehen.

        Oder an der Kommunikation allgemein: Schon vor dem Internet war es möglich, mit Menschen weltweit in Kontakt zu stehen – und Briefe und Fotos zu schicken. Das Netz hat das aber krass vereinfach – und jetzt machen das auch Millionen Menschen wirklich.

        An Deiner Kritik an Bitcoin mag aber durchaus was dran sein, gerade die technischen. Wobei ich finde, dass sich die gesellschaftlichen Einwände nicht wirklich stellen. Wenn “es geht” und genug Leute es wollen, dann wird es kommen. Dass genug Leute es wollen (werden), scheint mir klar: zu groß sind die möglichen individuellen Vorteile. Spannend ist, ob man es technisch so optimieren kann, dass die genannten Nachteile verschwinden. Ich vermag das nicht einzuschätzen, aber historisch gesehen erscheint mir die Überwindung technischer Hürden meist eher als Frage des Wann, nicht des Ob. (Siehe z.B. die Filesharing-Entwicklung angefangen von Napster bis heute..)

        Ich meine deswegen, wenn man sich Gedanken übers Steuer- und Sozialsystem machen, sollte man durchaus ein funktionsfähiges Kryptogeld-System mit in Betracht ziehen und das Steuersystem dagegen robust machen. Denn wie im Artikel gesagt: Es muss ja gar nicht sein, dass alle Kryptogeld nutzen. Schon ein entscheidender kleiner Prozentsatz reicht aus, um das Gerechtigkeitsempfinden vieler zu beeinträchtigen.

  2. hahoyer

    Warum sollten die Staaten nicht Kryptogeld verbieten und mit dem ganzen Überwachungsgedöns, was momentan entsteht, dafür sorgen, dass dieses Verbot auch durchgesetzt werden kann?

    Reply
  3. J:o)

    Wozu soll Kryptogeld gut sein, wenn ich damit nichts kaufen kann?
    Achso – ich kann damit einkaufen? … aber man sieht es nicht.

    Wenn niemand sieht, was ich damit kaufe, wie soll dann die Mehrwertsteuer erhoben werden?

    Reply
  4. Georg Post author

    Ja genau, das Ende der Wertschöpfungskette, wenn also ein Produkt auf dem Markt angeboten wird, muss in der Regel öffentlich sein, weil Du ja Deine Kunden finden willst. D.h. hier ist es ziemlich schwer, diese zu hinterziehen. Auch deswegen, weil hier am Ende sich die Handelsbeziehungen vervielfachen. Z.B. bei 5000 Zahnbürsten die MwSt. zu hinterziehen verlangt 5000 einzelne Betrugsvorgänge. Anders als wenn ich vom Plastikhändler einmal 100 kg Plastik kaufe.

    Wenn also am Ende die MwSt. immer anfällt, macht es dem Endhändler wenig aus, sie auch von seinem Zulieferer zu verlangen, denn die kann er sich ja eh über den Vorsteuer-Abzug wieder reinholen. Und wenn der Zulieferer sie zahlen muss, will der sich seine MwSt. wiederum von seinem Zulieferer reinholen. Es entsteht also, ander als bei der Einkommensteuer, ein _Anreiz_, die Steuer freiwillig zu melden. Und dieser Anreiz wird dann durch die ganze Wertschöpfungskette durchgetragen – und damit auch durch die Stufen, wo es heute nur einzelne Arbeitgeber/Arbeitnehmer-Situationen gibt, wo sich heute bei Einkommens-Besteuerung Betrug und Anonymität lohnt.

    (So versteh ich das zumindest.)

    Reply
  5. Eric Manneschmidt

    Was ich bei der ganzen Diskussion vermisse: Dass jemand erstmal darüber nachdenkt, was Geld eigentlich ist bzw. zu Geld macht. Technisch sind Kryptowährungen sicherlich interessant, aber erstmal grundsätzlich:
    Es gibt zwei Arten von Geld – a) Warengeld und b) Fiatgeld.
    Ersteres hat einen Wert in sich, z.B. Edelmetalle, Pfeilspitzen, Schweine oder Zigaretten (typische Fallback-Währung in Krisenzeiten).
    Letzeres ist per Definition durch eine “Garantiemacht” zu Geld geworden, normalerweise Geschäftsbanken oder staatliche (bzw. staatliche beauftragte) Notenbanken. Manchmal auch große Handelsgesellschaften (z.B. die Fugger), jedenfalls Organisationen, die verlässlich und wirtschaftlich potent genug wirken, dass die Leute ihrem Geld einen wirklichen Wert beimessen und sich also damit bezahlen lassen.

    Filesharing hat damit nichts zu tun, weil Files ja einen intrinsischen Wert haben (wie Warengeld), andererseits aber nicht “weg-“gegeben werden.

    Bei der ganzen Kryptodiskussion fehlt mir einfach mal ein Statement, wie der Wert dieses Geldes zustande kommen soll. Wenn das Geld keinen greifbaren eigenen Wert hat und ich auch meine Steuern nicht damit bezahlen kann, weil es kein durch den Staat akzeptiertes Geld ist, was will ich dann damit?
    Für eine kurze Zeit werde ich vielleicht, weil es mich technisch fasziniert, dabei mitmachen, aber das hat dann ungefähr die Qualität von Briefmarkensammeln.

    Was ich an der ganzen Debatte schwierig finde: Wir haben derzeit wirklich ein ganz gravierendes Problem durch die Geldschöpfung der Geschäftsbanken. Man muss einfach sagen, es ist ganz fatal, wenn mächtige private Akteure Geld schöpfen, und es gibt keinen Grund, das überhaupt zu akzeptieren.
    Das hat jetzt mit Kryptowährungen wenig bis nichts zu tun, ich fände es aber aktuell äusserst wichtig, sich mit den heute notwendigen Reformen zu beschäftigen, dazu gehört, was Geld angeht, der Ansatz der http://www.monetative.de

    Reply
    1. Georg

      Beim Vergleich zu Filesharing geht es nur um die Ebene “die Menschen wollen etwas” -> “der Staat will es nicht” -> “die Menschen machen es trotzdem, weil es technisch möglich ist, (relativ) unentdeckt zu bleiben”.

      Warum soll man nun bei Krypto-Fiatgeld mitmachen? Nun, Du bringst bereits selbst den Vergleich zu Briefmarken. Ist das nun Warengeld oder Fiatgeld? Welchen (intrinsischen?) Wert haben seltene Briefmarken? Ich vermute, zum einen die unveränderliche Menge, zum anderen eine Übereinkunft unter ausreichend vielen Menschen, dass diese Briefmarken wertvoll sein. Hallo Bitcoin!

      Und wenn Du sagst, es sei “fatal, wenn mächtige private Akteure Geld schöpfen, und es gibt keinen Grund, das überhaupt zu akzeptieren” dann magst damit recht haben. Nur was nützt diese Erkenntnis, wenn es technisch nicht zu verhindern geht? Das ist ja genau die Kernaussage des Artikels.

      Reply
      1. Eric Manneschmidt

        Nun, aber Briefmarken haben darüberhinaus einen ästhetischen Wert (wie Kunstwerke). Übrigens haben sich Briefmarken noch nicht mal als Komplementär- oder Fallbackwährung etablieren können.
        Wenn Du mit “Kryptogeld kommt” meinst, dass es eine ähnlich große Rolle wie bereits entwertete Briefmarken spielen wird – ok, kein Problem damit.

        Die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken ist technisch bzw. juristisch problemlos zu verhindern (siehe http://www.monetative.de). Der Punkt ist, dass dieses Geld nur deshalb so beliebt ist, weil der Staat es akzeptiert und auch absichert. Wenn der Staat dasselbe mit Kryptogeld macht, dann wird es sich durchsetzen. Wenn er es nicht tut… – zurück zur Eingangsfrage: Warum sollten dann irgendjemand (außer Sammlerfreunden) diesem Geld irgendein Vertrauen entgegenbringen bzw. Wert beimessen?

  6. Stefan

    Für kleine Einkäufe oder Handel, der schon jetzt auf dem Schwarzmarkt stattfindet, kanns schon sein, dass sich so eine Kryptowährung etabliert, falls mal ein funktionierendes/skalierendes System dafür erfunden werden sollte (wo ich aber auch schon sehr skeptisch bin). Aber für alle größeren Beträge werden die Unternehmer sich nur auf Bezahlmöglichkeiten einlassen, die auch rechtlich abgesichert sind.

    Was das Verbot angeht, wiedersprichst du (Georg) dir irgendwie selbst: Gerade weil an vielen Stellen die Angebote öffentlich sind, wäre es genau dort auch verbietbar. Außerdem wurde Filesharing in Deutschland durch die Abmahnungen weitestgehend unterbunden.

    Reply
    1. Georg

      Ja, die *Verkaufs*-Angebote werden oft öffentlich sein, weil du hier viele Leute als potentielle Kunden ansprechen musst. Daher sollte auch hier eine Steuer ansetzen, also eben eine Konsumsteuer.

      Aber gerade die *Arbeits*-Angebote bei der Wertschöpfung brauchen eher nicht öffentlich sein, seinen Dienstleister kann man über Bekannte oder aus alten eignen Erfahrungen finden.

      Reply
  7. Pingback: Klaus Horn – Kryptowährungen – die Anarchie des Geldsystems – pro Konsumsteuer – pro BGE

  8. Pingback: Wahlinfo – Kryptowährungen – die Anarchie des Geldsystems – pro Konsumsteuer – pro BGE

  9. Pingback: Grundeinkommen per Kryptogeld – Auroracoin und FIMKrypto machen es vor | richard nitsche

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s