Berliner Piraten-Top3 bleibt weiblich, selbst wenn …

Unter meinem Artikel Berliner Piraten-Liste ohne “Feministen-Stimmen” hat jp sinngemäß kommentiert, dass es ja gar nicht verwunderlich sei, dass die Top3 weiblich bleibt, wenn man nur Stimmen rausnimmt, die 4 und mehr Frauen nach vorne gewählt hatten.

Und das klingt ja tatsächlich gar nicht so unlogisch. Mich hat also wieder die Neugier gepackt und ich wollte wissen, was passiert, wenn noch mehr Stimmen herausrechnet – nicht nur die mit 4+ rein-weiblichen Erstpräferenzen, sondern auch die mit 1+ rein-weiblichen Erstpräferenzen. Also alle Wahlzettel nicht berücksichtigt, die ausschließlich Frauen auf die Erstpräferenz gesetzt hatten.

Es gab 134 solcher Wahlzettel. Übrig blieben also 169 Wahlzettel (somit mehr als die Hälfte), die mindestens auch einen Mann auf der Erstpräferenz hatten. Und so sieht die Liste berechnet nur mit diesen Stimmen aus (in Klammern die Position auf der tatsächlichen Liste):

  1. Cornelia Otto (1)
  2. Lena Rohrbach (3)
  3. Miriam Seyffarth (2)
  4. Andreas Pittrich (5)
  5. Ulrike Pohl (4)
  6. Jan Hemme (7)
  7. Anisa Fliegner (8)
  8. Michael Melter (12)
  9. Enno Lenze (9)
  10. Daniel Schweighöfer (14)
  11. Fabricio Martins do Canto (nicht gewählt, Schulze-Rang 16)
  12. Dr. Jens Kuhlemann (nicht gewählt, Schulze-Rang 17)

Und das hat mich jetzt schon überrascht. Selbst unter Wählern, die auch einen Mann ganz vorne sehen wollen, gewinnt unsere weibliche Top3.

Was sich also schon auf den Präferenzprofilen angedeutet hat, wird nun noch klarer: Wir haben Spitzenkandidaten, die einen sehr breiten Rückhalt im gesamten Landesverband haben.

Eine Anmerkung: Ich möchte mit diesen Rechnereien nicht ausdrücken, dass die Stimmen mit rein-weiblichen Erstpräferenzen illegitim oder irgendwie weniger “wert” sein. Natürlich sind alle Stimmen gleich viel wert und jeder darf und soll selber entscheiden, nach welchen Kriterien und Motivationen er wählt.

Ich finde solche Zahlenspiele einfach nur genauso interessant wie Jörg Schönenborn, wenn er schaut, wieviele Erstwähler Piraten gewählt haben – und damit ja auch nicht sagt, Stimmen von Zweitwählern seinen weniger wert.

3 thoughts on “Berliner Piraten-Top3 bleibt weiblich, selbst wenn …

  1. Pingback: Berliner Piraten-Liste ohne “Feministen-Stimmen” | Georg Jähnig

  2. Pingback: Und nochmal Piraten-Liste / Selbstverpflichtung | Georg Jähnig

  3. Eric Manneschmidt

    Ich finde die ganze Rechnerei schon nicht uninteressant. Ich nehme an, Dir ist aufgefallen, dass bei dieser Auswahl sich zwar auf den vorderen Plätzen wenig verändert hat, auf den ersten zwölf insgesamt aber zwei Frauen weniger sind.
    Ist da ein Zusammenhang mit der Selbstverpflichtung denkbar?

    Reply

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s