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DIE Lösung zum Betreuungsgeld‬!

DIE Lösung zum Betreuungsgeld‬:

Alle Eltern sollen bei sich zu Hause formal eine Kita eröffnen können!

Vorteile:

  • So entstehen wirklich flächendeckend genügend Kita-Plätze – mehr Flächendeckung ginge ja gar nicht!
  • Das dann ausgezahlte Erziehergehalt an die Eltern wäre viel höher als das alte Betreungsgeld – Gewinn für die Mütter / Väter / konservative CSUler!
  • Die bislang als Hausfrauen geltenden Mütter wären dann Angestellte, würden also faktisch arbeiten gehen – Gewinn für grüne Gender-Leute, die Rollenbilder aufbrechen wollen!

Was meint Ihr?

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Warum man den Namen des Germanwings-Piloten nennen darf

Das, was nach bisherigen Erkenntnissen beim Germanwings-Flug 9525 passiert ist, war ein Amoklauf: Der Co-Pilot hatte die klare Absicht, sich selbst und viele andere Menschen zu töten. Der journalistischen Umgang mit Informationen über ihn sollte daher der gleiche sein wie bei einem Amokläufer.

Gewöhnlich wird der Name eines Amokläufers veröffentlicht, er obliegt keinem besonderen Persönlichkeitsschutz. Das gleiche sollte auch hier gelten.

Viele kritisieren nun die Veröffentlichung des Namens. Sie führen im Wesentlichen zwei Argumente an:

  1. Mit Veröffentlichung des Namens wird die Familie des Co-Piloten “hereingezogen”, die aber nichts dafür kann.
  2. Die Information über den Namen hat keinen Mehrwert.

Zu 1) Wer Angehörige des Co-Piloten mitverantwortlich macht oder irgendwie belästigt, handelt tatsächlich falsch. Wer das tut, sollte kritisiert und zur Zurückhaltung aufgerufen werden.

Das würde aber auch gelten bei Angehörigen eines Amokläufers, Mörders oder eines Politikers, durch dessen Entscheidung viele Menschen umkamen. Daraus würde man jedoch nicht schließen, dass man deshalb nicht die Namen dieser Menschen veröffentlichen sollte.

Zu 2) Die Information über den Namen hat den gleichen Mehrwert wie die über einen Amokläufer, Mörder oder Politiker, durch dessen Entscheidung viele Menschen umkommen.

Der Pilot ist ja hier die wesentliche Ursache des Absturzes. Anders als bei einem Unfall mit menschlichem Versagen gab es hier einen klaren Vorsatz. Die Erklärung für dieses Vorsatz liegt allein in der Person des Co-Piloten. Um den Absturz also zu verstehen, muss man sich in diesem Fall die persönlichen Hintergründen des Piloten beschäftigen.

Man kann auch eine Abstufung am Interesse an der Person erkennen: Ist es bei einem tragischen Unfall, bei dem alle Beteiligten sich noch “korrekt”, also entsprechend aller Vorschriften, verhalten haben, eher gering, so ist es bei einem durch grobe Fahrlässigkeit verursachten Unfall schon größer. Besonders groß ist es wie hier, wenn volle Absicht vorliegt. Man sieht: Das Interesse steigt mir der persönlichen Verantwortung.

Das Interesse an seiner Person ist hier auch hoch, weil in ihn als Piloten ein besonderes Maß an Vertrauen gesetzt wurde. Er hatte eine Machtposition, die sonst nur Armeeangehörige haben: Nämlich ganz allein das Leben einer dreistelligen Anzahl Menschen zu verantworten. Das macht das Interesse an seiner Person noch stärker als bei einem “gewöhnlichen” Amokläufer.

Schließlich könnte man nun argumentieren: “OK, das soll zwar untersucht werden, aber doch bitte nicht öffentlich. Der Wissen um den Namen macht doch die Opfer nicht mehr lebendig.” Das stimmt natürlich, nur gilt das dann auch für sämtliches Wissen um den Absturz: Man könnte dann auch sagen, sogar die Absturzursache solle geheim bleiben, das Wissen um sie mache ja auch niemanden lebendig (und in diesem Fall hat es die Situation für die Angehörigen vermutlich sogar verschlimmert).

Wer dennoch meint, dass der Name des Co-Piloten nicht genannt werden sollte, den möchte ich fragen:

  • Sollte man die Namen von Amokläufern nennen?
  • Sollte man die Namen von Terroristen nennen, zB von diesen?
  • Würde Dich selbst der Name von jemandem interessieren, der einen Dir nahestehenden Menschen ermordet hat?

List of FIFA country pairings that form words

Today, I saw this tweet passing by:

Translation of the linked image: Little question about the World Cup: If Nigeria advances and plays against Germany – will there be written for 90 minutes NIG – GER in the upper left corner of the screen?

The actual answer is No: The FIFA country code for Nigeria is not NIG but NGA. However, there is a country with a code NIG: Niger. So a match Niger vs. Germany would be interesting to watch.

That little question though, inspired me to do some proper research: Which FIFA country pairings do actually form words? And here is the full list 1:

Angola Lesotho angles
Austria Oman automa
Bangladesh Chile banchi
Bangladesh Germany banger
Bangladesh Zaire banzai
Belgium Uganda beluga
Bermuda Germany berger
Bermuda Thailand bertha
Bermuda Vietnam bervie
Bolivia Denmark bolden
Brunei Angola bruang
Bulgaria Germany bulger
Burma Botswana burbot
Burma Denmark burden
Burma Netherlands burned
Cambodia Bermuda camber
Cambodia Palestine cample
Cambodia Peru camper
Canada Austria canaut
Canada Chile canchi
Canada Netherlands canned
Cayman Islands Uganda cayuga
Central African Republic Tanzania caftan
Chad Botswana chabot
Chad Morocco chamar
Chad Nicaragua chanca
Chad Nigeria changa
Chad Zanzibar chazan
Chile Australia chiaus
Chile Chad chicha
Chile Netherlands chined
Colombia Liechtenstein collie
Colombia Morocco colmar
Comoros Bermuda comber
Congo-Brazzaville Angola cobang
Congo-Brazzaville Bermuda cobber
Congo-Brazzaville Brazil cobbra
Croatia Czechoslovakia crotch
Cuba Dominican Republic cubdom
DR Congo Germany codger
DR Congo Russia codrus
Denmark Senegal densen
England Azerbaijan engaze
Finland Germany finger
Finland Netherlands finned
France Czechoslovakia fratch
France Scotland frasco
Gabon Bermuda gabber
Gambia Bolivia gambol
Ghana Latvia ghalva
Gibraltar Bermuda gibber
Guyana Dominican Republic guydom
Honduras Estonia honest
Hungary Germany hunger
Iceland Andorra island
Jamaica Panama jampan
Lebanon Bermuda libber
Lebanon Brazil libbra
Lebanon Kenya libken
Lebanon Netherlands Antilles libant
Lesotho Liechtenstein leslie
Lesotho Senegal lessen
Liechtenstein Germany lieger
Liechtenstein Norway lienor
Madagascar Denmark madden
Madagascar Nepal madnep
Morocco Angola marang
Morocco Canada marcan
Morocco Saint Vincent and the Grenadines marvin
Morocco Thailand martha
Namibia Madagascar nammad
Netherlands Antilles Dominican Republic antdom
Netherlands Denmark holden
Niger Germany nigger
Niger North Yemen nignye
Northern Ireland Lesotho nirles
Oman Guatemala omagua
Palestine, British Mandate Madagascar palmad
Palestine, British Mandate Morocco palmar
Panama Aden panade
Panama Namibia pannam
Panama Tunisia pantun
Paraguay Aden parade
Paraguay Angola parang
Paraguay Palestine, British Mandate parpal
Paraguay Tanzania partan
Peru Chad percha
Peru Norway pernor
Poland Luxembourg pollux
Portugal Germany porger
Portugal Oman poroma
Puerto Rico Dahomey purdah
Puerto Rico Germany purger
Puerto Rico Palestine purple
Romania Peru romper
Romania Peru rouper
Russia Siam russia
Russia Sudan russud
Réunion Benin reuben
Samoa Palestine sample
Samoa Panama sampan
Scotland Czechoslovakia scotch
Singapore Germany singer
Somalia Bermuda somber
Sudan Denmark sudden
Tahiti Singapore tahsin
Taiwan Panama taipan
Tanzania Burma tanbur
Tanzania Germany tanger
Tanzania Guam tangum
Tanzania Netherlands tanned
Thailand Czechoslovakia thatch
Trinidad and Tobago Chile trichi
Trinidad and Tobago Kiribati trikir
Trinidad and Tobago Libya trilby
Trinidad and Tobago Nigeria tringa
Trinidad and Tobago Palestine, British Mandate tripal
Trinidad and Tobago Palestine triple
Tunisia Norway tunnor
Turkey Bangladesh turban
Turkey Botswana turbot
Turkey Kenya turken
Turkey Netherlands turned
Turkey Tanzania turtan
United States Germany usager
Venezuela Germany venger
Wales Russia walrus
Zaire Thailand zaitha
Zambia Angola zamang

1 Obsolete codes are included, word list source

Update June 22: Get the code at Github and check with your own word list (e.g. in your language).

Vier Punkte zum Gender-Pay-Gap

Letzten Donnerstag war ja Equal Pay Day, der “internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen”. Der Tag weist auf die Unterschied in den Einkommen zwischen den Geschlechtern (Gender Pay Gap) hin, mit dem Ziel, ihn zu bekämpfen.

Die interessantesten Artikel dazu wurden schon geschrieben, zB:

Mir sind zu dem Thema vier Dinge aufgefallen:

1. Einkommen vs. Konsum

Ein Einkommensunterschied wird als Zeichen dafür gesehen, dass es einer Person oder Gruppe materiell besser geht als einer anderen: Wenn Männer also mehr verdienen als Frauen, müsste es Männern materiell besser gehen als Frauen. Oder zumindest müssten Männer mehr Macht und Einfluss über den Konsum haben.

Seltsam ist da dann aber diese Zahl aus einem Artikel auf diestandart.at:

Berechnungen der Managementberatung The Boston Consulting Group nach sind Frauen weltweit im Schnitt für 70 Prozent aller Konsumausgaben verantwortlich. Vor allem in westlichen Wirtschaftsnationen wie Österreich, Deutschland sowie den USA geben immer mehr Frauen konsumbezogen den Ton an.

Frauen verdienen also 22% weniger, entscheiden aber 70% aller Konsumausgaben weltweit. Ist das nicht paradox? Müsste es nicht genau andersherum sein?

Zwei Dinge sieht man hier: Zum einen ist das Einkommen allein kein ausreichender Indikator für Wohlstand, es ist auch entscheidend, für wen das Einkommen ausgegeben wird, wer also konsumiert. Und Frauen konsumieren offenbar nicht nur an Männer-Einkommen mit, sondern sie bestimmen zum mehrheitlichen Anteil auch, wofür es ausgegeben wird (was wirklich bemerkenswert ist, wenn doch eigentlich das Patriarchat herrscht).

Zum anderen sieht man, dass man Frauen und Männern nicht einfach als zwei Gruppen betrachten kann wie vielleicht Deutsche und Polen. Frauen und Männer leben viel stärker zusammen und haben auch viel stärkere Bindungen zueinander als zB Deutsche und Polen. Einem durchschnittlichen Mann wird das Wohlergehen seiner Frau, Tochter, Mutter und Nichte viel wichtiger sein als das eines ihm fremden Mannes.

2. Ungleichheit ⇒ Diskriminierung?

Der englische Wikipedia-Artikel über die Lohnunterschiede in den USA hat eine interessante Grafik:

US_gender_pay_gap,_by_sex,_race-ethnicity.001

Neben den Unterschied zwischen Männern und Frauen sieht man hier auch die Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen: Man sieht, dass Asiatisch-stämmige US-Amerikaner im Durchschnitt 10% mehr verdienen als Weiße.

Wenn nun die Lohn-Unterschiede zwischen Männern und Frauen als Indiz für Diskriminierung und damit bekämpfenswert gelten, müssten das dann auch nicht die Unterschiede zwischen Asiaten und Weißen in den USA? Könnten man angesichts dieser Grafik nicht vermuten, dass in den USA Weiße durch Asiaten diskriminiert werden? Wenn nein, warum nicht?

3. Der Osten als Vorbild?

Auch die Piratenpartei hatte eine Pressemitteilung zum Thema gebracht, interessant ist da dieser Satz:

“Der in den neuen Bundesländern erheblich geringere unbereinigte Lohnunterschied von 8% macht den Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich.”

Im Osten gehe es den Frauen also besser dank der Rahmenbedingungen. Denn da wirken noch die Strukturen und Kultur der DDR nach: Es gibt viele Kita-Plätze und ein besseres Frauenbild in der Gesellschaft. Der Osten soll also in gewisser Hinsicht als Vorbild gelten.

Seltsam ist dann aber dieser Artikel der bpb:

“Die DDR war zeitlebens ein Auswanderungsland. Dieser Trend hat sich auch nach 1990 fortgesetzt. Vor allem gut ausgebildete junge Frauen kehren ihrer ostdeutschen Heimat vermehrt den Rücken …”

Komisch, müsste auch das nicht andersrum sein? Wenn es im Osten so frauenfreundliche Strukturen gibt und die Lohnlücke soviel kleiner ist, müssten doch die Frauen gerade da bleiben. Und es müssten doch gerade viele Frauen vom Westen in den Osten ziehen – besonders bei hochqualifizierten Berufen, wo die Lohnlücke besonders groß ist.

Warum das nicht der Fall ist und der Osten vielleicht doch nicht so attraktiv ist, zeigt dieses fiktive Beispiel:

Nehmen wir an, wir haben 2 Länder mit jeweils 2000 EUR Lebenshaltungskosten für 2 Personen A und B:

  • Im Land 1 verdienen sowohl A als auch B jeweils 1000 EUR. Beide müssen also arbeiten gehen, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.
  • Im Land 2 nun wird A besser bezahlt, er bekommt 1500 EUR, B aber weiterhin nur 1000 EUR. Wenn beide arbeiten gehen, haben sie zusammen 2500 EUR. Oder wenn B nur noch die Hälfte arbeitet, kommen sie trotzdem auf 2000 EUR.

In Land 1 haben wir einen Lohnunterschied von 0%, in Land 2 einen von 33%. Sollte sich nun Land 2 nun ein Beispiel an Land 1 nehmen?

Meines Erachtens ist Arbeiten in Land 2 klar attraktiver: Beide haben zusammen entweder mehr Geld in der Tasche oder mehr Freiheit, ihren Job zugunsten von mehr Freizeit einzuschränken. Und auch auf sich allein gestellt geht es keinem von beiden in Land 2 schlechter.

Fehlende Unterschiede allein sind also kein guter Maßstab für Lebensqualität. Und vermutlich auch nicht für Gerechtigkeit. Denn es ist ja durchaus gerecht, für verschiedene Arbeiten auch verschieden bezahlt zu werden. Und gerade, wenn es in einem Land sehr verschiedene Jobs gibt, zB besonders viele für Hochqualifizierte, dann werden dort auch die Lohnunterschiede höher sein. Das ist vermutlich eher im Westen als im Osten der Fall.

Und das alles schließt natürlich nicht aus, dass es im Osten zum Teil bessere Strukturen gibt, die auch im Westen umgesetzt werden sollten (zB ein gutes Angebot an Kinderbetreuung). Es ist aber eben wenig sinnvoll, aufgrund einer niedrigeren Lohnlücke im Osten anzunehmen, dort ginge es den Frauen besser.

4. Geschlecht vs. Lebensentwurf

Schließlich bestehen große Lohnunterschiede vor allem zwischen Müttern und Nicht-Müttern. Frauen ohne Kinder hingegen haben viele Karrieremöglichkeiten und einen wesentlich höheren Lohn. Offenbar ist also weniger das Geschlecht entscheidend, sondern viel mehr der eigene Lebensentwurf und die eigenen Prioritäten.

Der Gender-Pay-Gap ist also eher ein Ich-betreue-meine-Kinder-selbst-Pay-Gap.

Hier mag man einwenden, dass auch Selbstbetreuung ja ein Zeichen für ein Problem sein kann, wenn sie erzwungen ist. Und da stimme ich zu – wer es will, sollte die Möglichkeit haben, sein Kind fremdbetreuen zu lassen. Wenn das nicht geht, also Betreuungsplätze fehlen, sollte das geändert werden.

Aber ich verstehe nicht, warum mangelnde Betreuungsmöglichkeiten vor allem ein Problem für Frauen sein sollen. Sowohl Männer als auch auf Frauen stehen doch vor folgenden Optionen, wenn sie Kinder und Karriere vereinbaren wollen:

  1. Sie finden einen Betreuungsplatz für ihre Kinder,
  2. Sie finden eine Partnerin / einen Partner, der ihnen die Betreuung abnimmt.

Option 2 ist besonders leicht umsetzbar, wenn der Partner weniger verdient. Viele Männer nutzen offenbar diese Option 2, aber nicht Frauen: sie heiraten bevorzugt “nach oben”. Warum eigentlich?

Es wäre doch gerade für alle hochqualifizierten Frauen mit Karriereplänen naheliegend, schlechter verdienende Männer zu heiraten. Sie würden persönlich profitieren, weil sie eine klare Verhandlungsposition hätten bei der Frage, wer notfalls zu Hause bleibt.

Und wenn das mit der Gender-Theorie stimmt, dann hätten Frauen hier einen großen Einfluss, auch gesellschaftlich was zu ändern, nämlich die “klassischen Rollenmuster” zu durchbrechen und zeigen, dass auch Frauen die Familienernährer sein können.

Berliner Piraten-Top3 bleibt weiblich, selbst wenn …

Unter meinem Artikel Berliner Piraten-Liste ohne “Feministen-Stimmen” hat jp sinngemäß kommentiert, dass es ja gar nicht verwunderlich sei, dass die Top3 weiblich bleibt, wenn man nur Stimmen rausnimmt, die 4 und mehr Frauen nach vorne gewählt hatten.

Und das klingt ja tatsächlich gar nicht so unlogisch. Mich hat also wieder die Neugier gepackt und ich wollte wissen, was passiert, wenn noch mehr Stimmen herausrechnet – nicht nur die mit 4+ rein-weiblichen Erstpräferenzen, sondern auch die mit 1+ rein-weiblichen Erstpräferenzen. Also alle Wahlzettel nicht berücksichtigt, die ausschließlich Frauen auf die Erstpräferenz gesetzt hatten.

Es gab 134 solcher Wahlzettel. Übrig blieben also 169 Wahlzettel (somit mehr als die Hälfte), die mindestens auch einen Mann auf der Erstpräferenz hatten. Und so sieht die Liste berechnet nur mit diesen Stimmen aus (in Klammern die Position auf der tatsächlichen Liste):

  1. Cornelia Otto (1)
  2. Lena Rohrbach (3)
  3. Miriam Seyffarth (2)
  4. Andreas Pittrich (5)
  5. Ulrike Pohl (4)
  6. Jan Hemme (7)
  7. Anisa Fliegner (8)
  8. Michael Melter (12)
  9. Enno Lenze (9)
  10. Daniel Schweighöfer (14)
  11. Fabricio Martins do Canto (nicht gewählt, Schulze-Rang 16)
  12. Dr. Jens Kuhlemann (nicht gewählt, Schulze-Rang 17)

Und das hat mich jetzt schon überrascht. Selbst unter Wählern, die auch einen Mann ganz vorne sehen wollen, gewinnt unsere weibliche Top3.

Was sich also schon auf den Präferenzprofilen angedeutet hat, wird nun noch klarer: Wir haben Spitzenkandidaten, die einen sehr breiten Rückhalt im gesamten Landesverband haben.

Eine Anmerkung: Ich möchte mit diesen Rechnereien nicht ausdrücken, dass die Stimmen mit rein-weiblichen Erstpräferenzen illegitim oder irgendwie weniger “wert” sein. Natürlich sind alle Stimmen gleich viel wert und jeder darf und soll selber entscheiden, nach welchen Kriterien und Motivationen er wählt.

Ich finde solche Zahlenspiele einfach nur genauso interessant wie Jörg Schönenborn, wenn er schaut, wieviele Erstwähler Piraten gewählt haben – und damit ja auch nicht sagt, Stimmen von Zweitwählern seinen weniger wert.

Podcast: Grundeinkommen mit Konsumsteuer

Alle Fragen, die man sich schon immer mal zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen finanziert über eine Konsumsteuer gestellt hat, aber noch nie … ja genau, die werden hoffentlich in meinem neuen Podcast beantwortet.

Ralph Boes von der Berliner Bürgerini Bedingungsloses Grundeinkommen hat sich zwei Stunden Zeit genommen und wir haben uns ausführlich über die Grundidee, die verschiedene Folgen, oft genannte Einwände und eine mögliche Einführung unterhalten.

Viel Spaß also bei den Hauptstadtpiraten, Folge 11: Grundeinkommen mit Konsumsteuer.

Existenz & Teilhabe bedingungslos für jeden – mit oder ohne BGE

Die Piratenpartei hat auf ihrem Bundesparteitag vergangenes Wochenende mit überwältigender Mehrheit ein Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Und darüber freue ich mich unglaublich. Nach langer und teils heftiger Diskussion im Vorfeld das Parteitages ist es offenbar gelungen, eine Gemeinsamkeit bei dem Thema zu finden:

Wir wollen allen Menschen eine Existenz und Teilhabe garantieren, allein deswegen, weil sie Menschen sind. Ohne Zwang zur Arbeit, Datenstriptease oder ähnlichem. Jeder soll so tätig sein können, wie er es für richtig hält.

Das ist eine Position, die so keine andere Partei im Bundestag teilt.

Nun gibt es offenbar Verwirrung darüber, ob diese Gemeinsamkeit auch “Bedingungsloses Grundeinkommen” genannt werden kann. Dabei wird offenbar der Unterschied zwischen Ziel und Mittel übersehen. Vielleicht kann dieser Vergleich zum besseren Verständnis helfen:

Stellen wir uns vor, wir haben das Ziel, allen Kindern Bildung zu garantieren. Ein mögliches Mittel dafür ist die Bereitstellung eines kostenlosen, staatlichen Bildungswesens. Ein anderes Mittel könnte die Auszahlung von Geld an die Eltern sein, mit dem sich diese dann Schulplätze bei privaten Bildungseinrichtungen kaufen könnten.

Welches Mittel nun das passende ist, muss sperat entschieden werden – wie auch beim Recht auf Sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe (ReSET wurde hier als Abkürzung vorgeschlagen :) – leider scheint der Hashtag aber schon belegt) . Es macht jedoch nur Sinn, sich Gedanken über das passende Mittel zu machen, wenn das Ziel feststeht. Oder anders: Erst wenn ich weiß, wo ich hin will, kann mir den richtigen Weg suchen.

Kurzum: Wir haben ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) weder beschlossen noch abgelehnt. Wir haben uns ein Ziel gesetzt, zu dem das BGE ein mögliches Mittel ist. Ein anderes Mittel könnte aber z.B. auch eine Grundsicherung ohne Sanktionen sein.

Es gab jedoch auch einen weiteren Antrag Mindestlohn und Grundeinkommen, der abgelehnt wurde. Aus dieser Ablehnung lesen nun manche heraus, die Piratenpartei hätte das Grundeinkommen abgelehnt. Dabei fand auch ich als Grundeinkommens-Befürworter diesen Antrag ablehnenswert: Ich fand ihn unpassend für ein Grundsatzprogramm, und außerdem forderte er einen Mindestlohn, den ich eher skeptisch sehe.

Außerdem: Wenn man der Logik folgen würde, mit der Ablehnung eines Antrags positioniere man sich automatisch auch gegen seinen Inhalt, dann wären die Piraten jetzt gegen Mehrsprachigkeit und bilinguale Kitas, gegen artgerechte Haltung von Tieren und gegen direkte Demokratie.

Besonders verwirrt mich aber der Vorwurf, der Beschluss für ReSET basiere auf Lügen. Der Antrag mitsamt Begründung, die zwischen Ziel und Mittel unterscheidet, war schon in seiner ersten Fassung zum Parteitag in Bingen veröffentlicht und stand seit August auch im LiquidFeedback. Der Verwirrung um die aktuelle Kritik verstärkt sich bei mir übrigens, wenn ich mir dort nochmal das Abstimmverhalten ansehe (LF-Login erforderlich).

Nichtsdestrotz: Ich glaube, in Chemnitz haben wir den Grundstein für eine Sozialpolitik gesetzt, die bestens zu unseren Werten passt und zudem unverwechselbar im Vergleich zu allen Bundestagsparteien ist. Machen wir etwas daraus!

Und hier noch drei der besten Tweets:

Die Beschlüsse vom BPT10 und die Piraten allgemein sind so links, wie das GG und die Grundrechte links sind.

Piraten spielen SPD, weil sie keine Vollbeschäftigung anstreben und subventionierte Arbeitsplätze ablehnen??

Programm der Piratenpartei: liberaler (Queer), moderner (Netzpolitik), sozialer (ReSET) als das anderer Parteien.