Hat Tsipras mehr erreicht als Konservative hätten erreichen können?

Man kann unendlich viel schrieben über das, was vergangenes Wochenende und überhaupt die Monaten davor zwischen Griechenland und der Eurogruppe passiert ist. Ich versuche mich hier mal mit der Sicht eines griechischen Syriza-Wählers.

Für den müsste die entscheidende Frage sein:

Hat Tsipras mehr erreicht als griechische Konservative hätten erreichen können?

Und da sehe ich ehrlich gesagt nix. Er hat zwar ein neues Hilfsprogramm bekommen mit großen Umfang, für die nächsten 3 Jahre. Er hat den Grexit abgewendet. Das mag Planungssicherheit bringen. Aber das ganze unter massivsten Auflagen, da ist keine linke Handschrift zu erkennen. Da ist nichts, was nicht auch Konservative bekommen hätten.

Auch wenn man sich sonst Tsipras’ bisherige Amtszeit anschaut, ist es eine Geschichte der Fehlschläge:

  • Er dachte zu Anfang im Winter, die anderen Südländer diplomatisch mit ins Boot gegen den Norden holen zu können und hat sich massiv verschätzt: Kein Südland wollte (offen) mitmachen.
  • Er dachte während der Verhandlungen, die Eurogruppe würde früher einlenken, aus Angst vor einer Zuspitzung der Lage in Griechenland zu verhindern, und hat sich verschätzt: Die Notkredite wurde gedeckelt, die Banken mussten schließen.
  • Selbst beim Ausruf des Referendums dachte er noch, die Eurogruppe würde mit ihm die kommende Woche noch weiter verhandeln. (Siehe dazu Varoufakis’ Pressekonferenz: Die Idee war, dass die Eurogruppe ihr Angebot solange verbessert, bis Tsipras seine Nein-Empfehlung in ein Ja noch ändert.) Er hat sich verschätzt.
  • Er hat dann das Referendum zwar gewonnen, aber faktisch nichts erreicht. Es kam kein besseres Angebot. Und damit…
  • … hat er die Demokratie in seinem Land beschädigt. Was soll ich als Grieche mir jetzt noch von einem Referendum in meinem Land erhoffen?
  • Er wird nun Syriza als linke Partei faktisch zerstören. Denn er muss nämlich die rausschmeißen, die das mit der linken Politik ernst gemeint haben. Damit wird es vorerst keinerlei nenneswerte linke Opposition in Griechendland geben.
  • Er wird dazu die Troika wieder rein kriegen.
  • Er wird griechischen Staatsbesitz privatisieren und damit eine linke Politik sogar für zukünftige Regierungen schwer machen bis ausschließen.

Was vielleicht das schlimmste ist: Er hatte offenbar tatsächlich keinerlei Plan B, für den Fall der gescheiterten Verhandlungen. Damit hatte er faktisch einen Graccident, also einen unkontrollierten Grexit in Kauf genommen. Welche fatalen Verwerfung gerade der für die ärmsten Griechen gehabt hätte, kann man sich ausmalen. Eigentlich unfassbar, diese Verantwortungslosigkeit.

Für Tsipras galt offenbar: “Lieber Austerität, als Grexit.” Was an dieser Einschätzung noch links sein soll, ist mir ein Rätsel.

Ohne Frage, ein Grexit hätte schwierige soziale Folgen. Genau das hätte er aber mit der Eurogruppe ausverhandeln und mit weichesten Daunenkissen abfedern können. Wer hätte schon Nein sagen können zu subventionierten Medikamenten und Treibstoffen? Auch ein immer gewünscher Schuldenschnitt wäre drin gewesen.

Vor allem aber hätte er wieder nicht nur formale, sondern auch faktische Souveränität für sein Land. Für die linkeste Politik, die man mit fast absoluter Mehrheit hätte machen können.

Was hatte dann alles  drin sein können: Radikale Reichenbesteuerung, völlige Bankenumstrukturierung, etc. Und wenn ihm sein Mini-Koalitionspartner in Quere gekommen wäre, dann eben Neuwahlen und mit absoluter Mehrheit weiter.

Was dagegen hat er jetzt? Einen Posten als Ministerpräsident, ohne eigene Mehrheit, der alle Wahlversprechen gebrochen hat.Better austerity than Grexit.

Warum man den Namen des Germanwings-Piloten nennen darf

Das, was nach bisherigen Erkenntnissen beim Germanwings-Flug 9525 passiert ist, war ein Amoklauf: Der Co-Pilot hatte die klare Absicht, sich selbst und viele andere Menschen zu töten. Der journalistischen Umgang mit Informationen über ihn sollte daher der gleiche sein wie bei einem Amokläufer.

Gewöhnlich wird der Name eines Amokläufers veröffentlicht, er obliegt keinem besonderen Persönlichkeitsschutz. Das gleiche sollte auch hier gelten.

Viele kritisieren nun die Veröffentlichung des Namens. Sie führen im Wesentlichen zwei Argumente an:

  1. Mit Veröffentlichung des Namens wird die Familie des Co-Piloten “hereingezogen”, die aber nichts dafür kann.
  2. Die Information über den Namen hat keinen Mehrwert.

Zu 1) Wer Angehörige des Co-Piloten mitverantwortlich macht oder irgendwie belästigt, handelt tatsächlich falsch. Wer das tut, sollte kritisiert und zur Zurückhaltung aufgerufen werden.

Das würde aber auch gelten bei Angehörigen eines Amokläufers, Mörders oder eines Politikers, durch dessen Entscheidung viele Menschen umkamen. Daraus würde man jedoch nicht schließen, dass man deshalb nicht die Namen dieser Menschen veröffentlichen sollte.

Zu 2) Die Information über den Namen hat den gleichen Mehrwert wie die über einen Amokläufer, Mörder oder Politiker, durch dessen Entscheidung viele Menschen umkommen.

Der Pilot ist ja hier die wesentliche Ursache des Absturzes. Anders als bei einem Unfall mit menschlichem Versagen gab es hier einen klaren Vorsatz. Die Erklärung für dieses Vorsatz liegt allein in der Person des Co-Piloten. Um den Absturz also zu verstehen, muss man sich in diesem Fall die persönlichen Hintergründen des Piloten beschäftigen.

Man kann auch eine Abstufung am Interesse an der Person erkennen: Ist es bei einem tragischen Unfall, bei dem alle Beteiligten sich noch “korrekt”, also entsprechend aller Vorschriften, verhalten haben, eher gering, so ist es bei einem durch grobe Fahrlässigkeit verursachten Unfall schon größer. Besonders groß ist es wie hier, wenn volle Absicht vorliegt. Man sieht: Das Interesse steigt mir der persönlichen Verantwortung.

Das Interesse an seiner Person ist hier auch hoch, weil in ihn als Piloten ein besonderes Maß an Vertrauen gesetzt wurde. Er hatte eine Machtposition, die sonst nur Armeeangehörige haben: Nämlich ganz allein das Leben einer dreistelligen Anzahl Menschen zu verantworten. Das macht das Interesse an seiner Person noch stärker als bei einem “gewöhnlichen” Amokläufer.

Schließlich könnte man nun argumentieren: “OK, das soll zwar untersucht werden, aber doch bitte nicht öffentlich. Der Wissen um den Namen macht doch die Opfer nicht mehr lebendig.” Das stimmt natürlich, nur gilt das dann auch für sämtliches Wissen um den Absturz: Man könnte dann auch sagen, sogar die Absturzursache solle geheim bleiben, das Wissen um sie mache ja auch niemanden lebendig (und in diesem Fall hat es die Situation für die Angehörigen vermutlich sogar verschlimmert).

Wer dennoch meint, dass der Name des Co-Piloten nicht genannt werden sollte, den möchte ich fragen:

  • Sollte man die Namen von Amokläufern nennen?
  • Sollte man die Namen von Terroristen nennen, zB von diesen?
  • Würde Dich selbst der Name von jemandem interessieren, der einen Dir nahestehenden Menschen ermordet hat?

Krautreporter: Gemeinschaftlich finanziert, trotzdem nicht copyleft

Zu dieser Logik gehört es aber auch, dass die von allen bezahlten Inhalte dann auch allen zur Verfügung stehen. Das ist ein Kern der Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine große Chance gerade im digitalen Zeitalter. ARD und ZDF müssen sich nicht dagegen wehren, wenn ihre Inhalte auf Plattformen wie YouTube weiter verbreitet werden, denn diese Inhalte sind schon bezahlt. Im Gegenteil ist es in ihrem Interesse, wenn sie so viele Menschen wie möglich erreichen.

Diese sehr sinnvollen Sätze schrieb der Medienjournalist Stefan Niggemeier Anfang 2011. Das Argument ist einfach: Eine Gemeinschaft finanziert die Herstellung von Inhalten, also soll die gesamte Gemeinschaft sie auch nutzen können.

Heute ist nun das gemeinschaftlich finanzierte Projekt Krautreporter gestartet, einer ihrer Autoren und Fürsprecher ist Stefan Niggemeier.

Mehr als 17.000 Spender habe über eine Million Euro zusammen getragen, um damit “unabhängigen Journalismus ohne Werbung” zu garantieren.

Unabhängig, denn er ist ja schon bezahlt. Die Autoren haben ihr Einkommen bereits gesichert. Sie sind somit nicht gezwungen, ihre Inhalte nutzungsrechtlich zu sichern, um sie später noch irgendwie monetarisieren zu können.

Schon in der Funding-Phase im Mai fragte ich also, ob die Inhalte unter einer Copyleft-Lizenz stehen könnten (so wie z.B. die Inhalte der Wikipedia). “Im Prinzip spricht nichts dagegen”, hieß es noch …

… aber man tat sich schon damals mit dem Gedanken schwer.

Nun hat wohl die Skepsis gesiegt. Auf meine Nachfrage heute zum #Krautstart heißt es klar:

Es sind die altbekannten Argumente gegen freie Lizenzen. Dass sie auch dann kommen, wenn die Autoren schon Ihr Einkommen gesichert haben, hätte ich eigentlich nur bei ARD-Intendanten erwartet.

Krautreporter hat damit eine Chance verspielt: Ein gemeinschaftlich finanziertes Journalismus-Projekt, das seine Inhalte freigibt, hätte ein gutes Beispiel für ARD/ZDF abgegeben und die Diskussion um die Nutzung von deren Inhalten positiv belebt.

Es ist auch schade, weil ich selbst als einer der Unterstützer das Projekt sonst für so vielversprechend halte und ihm alles Gute wünsche.

Aber vielleicht können sich ja wenigstens die einzelnen Autoren – zum Beispiel Stefan Niggemeier – noch nachträglich entschließen, ihre eigenen Inhalte freizugeben. Bezahlt wurden sie ja schon.

Drop the *isms. Just say what you want, and be specific.

Today, I launched a new site areyouamasculist.com, which was heavily inspired by areyouafeminist.com. As the original, it contains only two questions:

  1. Do you think all human beings are equal?
  2. Do you think men are human beings?

By saying Yes to both of them, it gives you the honor of calling you a masculist:

Congratulations, you are a masculist!

If you are now saying that you are not convinced, I can understand. The same I felt on areyouafeminist.com.

As I can easily say Yes to both questions (as well as on areyouafeminist.com), I am not calling myself a masculist nor a feminist. And that is for a simple reason:

Both terms are way too abstract and have been used for too many different things to convey any useful information. For feminism for instance, you have can find Christina Hoff Sommers, arguing for equal legal and civil rights – as well as Valerie Solanas, arguing for elimination of the male sex. Both called themselves “feminist”, and both are seen by others as feminists. By labelling yourself as a feminist, you leave room for being anywhere in this spectrum.

The same problem comes also with criticsm of feminism, as in “Women against Feminism”: Because the term is so unspecific, some people will misunderstand you and think you also oppose other things they see tied to feminism – things you maybe totally support.

Too often I saw people discussing about an issue X, when somebody threw in “But you said you are a feminist, so you have to support X.” The discussion then continued about whether X is feminist (or not) instead of whether X is good (or not), barely helping the insight into X.

So what instead? I suggest: Be as specific as possible about the things you support (or deny). A good example are the following questions that I found in another “Are you a feminist” test. I liked them so much that I copied and tweaked them a bit in order to address also some inequalities which “masculists” see.

Now, try for yourself, to how many demands from both (allegedly antagonistic) camps can you agree?

Women should be economically and socially independent. They shouldn’t rely on men to take care of them. Men should not be economically and socially responsible for women. They shouldn’t be expected to take care of women.
There is no such thing as a “man’s job.” It is wrong for men to be given preference for any job position, even if women traditionally aren’t in that field. There is no such thing as “natural motherhood”. It is wrong for women to be given preference in child custody, even if men traditionally aren’t in that field.
Men and women should be held to the same sexual standards. If men can sleep around without judgment, women should be able to as well. Men and women should be held to the same standards of sexual abuse and violence. If women feel harassed and receive help for unwanted sexual advances and violent threats, so should men in the same manner. Violence against men should be equally condemned as violence against women.
Women should take an equal role in dating. Women should ask out people they are interested in and take their turn in paying. Women should take an equal role in dating. Men should be asked out by people who have an interest in them and not expected to pay always or most of the time.
Women should accept their bodies as they are. Women should not have to conform to wacky beauty ideals. Men should accept their economic situation as it is. Men should not have to conform to wacky status ideals.
A woman should be able to marry and have kids with anyone she wants – including another woman. A man should be able to marry and have kids with anyone he wants – including another man.
Women should have the right to choose any path in life – from being a stay at home mom to a Fortune 500 CEO. Men should have the right to choose any path in life – from being a Fortune 500 CEO to stay at home dad.
Women should be encouraged to pursue education as much as men are. In education, men and women should be held to the same standards when being graded.
Women should have legal, easy access to all types of birth control – including the morning after pill. Men should have legal, easy access to all types of birth control – the research on the pill for men should be supported.
You would support a woman for president (if you agreed with her politics). You would support an unmarried man for president (if you agreed with his politics).

Alle Tweets werden bereits gespeichert. Die Frage ist nur, wer Zugriff darauf hat.

Als ich gestern Tweets und Blogbeiträge zum #Listengate las, konnte ich meine Kinnlade nicht mehr hochkriegen. Ich war und bin schockiert über die Unkenntnis und Fehlschlüsse der Menschen, die sich darüber aufregten.

Für Leser, die gar nicht wissen, wovon ich gerade schreibe: Ein Mitglied der Piratenpartei hat bereits seit einem längeren Zeitraum Twitter-Nachrichten verschiedener Nutzer gespeichert und auch davon Screenshots angelegt. Dieses Archiv stellte er auch öffentlich im Internet zur Verfügung.

Dazu entstand gestern eine lebhafte Diskussion, in der sich auch der Bundesvorstand der Piratenpartei zu Wort meldete:

Weiterhin möchte die Piratenpartei nicht mit einer Seite in Verbindung gebracht werden, die den Eindruck der Vorratsdatenspeicherung erweckt. Weiterhin wollen wir klarstellen, dass wir Formen von Gesinnungsdatenbanken, Onlinepranger und Cybermobbing strikt ablehnen. Wir befinden uns derzeit in der juristischen Prüfung, ob und wenn ja wie, rechtlich gegen die genannte Tweetsammlung vorgegangen werden kann. Wir bitten um Geduld, bis die rechtliche Prüfung abgeschlossen ist.

Dieser Kommentar hat mich fassungslos gemacht. Eine für Netzkompetenz stehen wollende Partei will tatsächlich prüfen, ob das Aggregieren und Bereitstellen öffentlicher Daten im Internet legal ist.

Liebe Kritiker und Besorgte:

  1. Alle jemals getwitterten Tweets sind bereits gespeichert! Bei Twitter! Twitter hat sie alle. Alle Menschen, denen Twitter Zugriff darauf gibt, können alle Eure Tweets lesen. Vielleicht sogar auch die gelöschten. Nochmal: ALLE TWEETS WERDEN BEREITS GESPEICHERT!
  2. Daraus wird klar: Die Frage ist nicht, ob Tweets gespeichert werden sollen (denn das werden sie ja bereits), sondern wer Zugriff auf diese Tweets hat. Nochmal: DIE FRAGE IST NICHT, OB GESPEICHERT WIRD. DIE FRAGE IST, WER ZUGRIFF AUF DAS GESPEICHERTE HAT!

Bislang hat nur Twitter diesen Zugriff und alle, die ihn sich verschaffen. Dazu gehört Google, aber auch jeder interessierte Programmierer.

Twitter unterstützt übrigens jeden Interessierten dabei tatkräftig: Sie bieten eine API an. Das ist eine Schnittstelle, die ein Programmierer mit einem Programm abfragen und jeden beliebigen öffentlichen Tweet kopieren kann. Dies kann auch völlig automatisiert im Hintergrund auf einem gemieteten Server geschehen. Man muss also gar nicht selbst vorm Computer sitzen. So etwas hatte ich auch selbst öfters gemacht, zB während des BPT12, um alle Tweets mit dem Hashtag #bpt12 zu speichern und gesammelt öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Halten wir fest: Jeder Programmierer kann sich also bereits heute ein eigenes Twitter-Archiv erstellen – auch “im Geheimen”, ohne dass es irgendwer anders merkt. Niemand kann also sicher sein, dass seine öffentlichen Tweets nicht schon in mehreren Datenbanken sind.

Daraus ergibt sich ein Machtgefälle: Menschen, die programmieren können, können sich so ein Archiv erstellen und bekommen damit mehr Macht, als Menschen, die nicht programmieren können.

Ich wiederhole also nochmal: Die Frage ist nicht, ob gespeichert wird. Die Frage ist, wer die Fähigkeit hat zu speichern und wem er dann Zugriff darauf gibt.

Die Lösung kann daher nur sein: Das Machtgefälle muss aufgehoben werden. Alle sollten den gleichen Zugang bekommen. Alle sollten die Möglichkeit haben, ein Twitter-Archiv zu nutzen. Auch die, die nicht programmieren können.

Ich habe daher einen Antrag im Berliner LiquidFeedback gestellt, dass der Landesvorstand selbst so ein Twitter-Archiv betreibt und dort ganz transparent einfach alle Tweets aller Berliner Piraten speichert. (Berlin, weil ich selber da Mitglied bin. Könnte man aber auch gleich im Bund machen.. stelle den Antrag vllt. also auch noch ins Bundes-Liquid.)

Die Neu-Phase läuft noch bis Samstag-Nachmittag, es werden noch 9 Unterstützer gebraucht. Bitte unterstützt ihn!

Nachtrag 13.7.: Es gibt nun auch eine Initiative im Bundes-LiquidFeedback.

List of FIFA country pairings that form words

Today, I saw this tweet passing by:

Translation of the linked image: Little question about the World Cup: If Nigeria advances and plays against Germany – will there be written for 90 minutes NIG – GER in the upper left corner of the screen?

The actual answer is No: The FIFA country code for Nigeria is not NIG but NGA. However, there is a country with a code NIG: Niger. So a match Niger vs. Germany would be interesting to watch.

That little question though, inspired me to do some proper research: Which FIFA country pairings do actually form words? And here is the full list 1:

Angola Lesotho angles
Austria Oman automa
Bangladesh Chile banchi
Bangladesh Germany banger
Bangladesh Zaire banzai
Belgium Uganda beluga
Bermuda Germany berger
Bermuda Thailand bertha
Bermuda Vietnam bervie
Bolivia Denmark bolden
Brunei Angola bruang
Bulgaria Germany bulger
Burma Botswana burbot
Burma Denmark burden
Burma Netherlands burned
Cambodia Bermuda camber
Cambodia Palestine cample
Cambodia Peru camper
Canada Austria canaut
Canada Chile canchi
Canada Netherlands canned
Cayman Islands Uganda cayuga
Central African Republic Tanzania caftan
Chad Botswana chabot
Chad Morocco chamar
Chad Nicaragua chanca
Chad Nigeria changa
Chad Zanzibar chazan
Chile Australia chiaus
Chile Chad chicha
Chile Netherlands chined
Colombia Liechtenstein collie
Colombia Morocco colmar
Comoros Bermuda comber
Congo-Brazzaville Angola cobang
Congo-Brazzaville Bermuda cobber
Congo-Brazzaville Brazil cobbra
Croatia Czechoslovakia crotch
Cuba Dominican Republic cubdom
DR Congo Germany codger
DR Congo Russia codrus
Denmark Senegal densen
England Azerbaijan engaze
Finland Germany finger
Finland Netherlands finned
France Czechoslovakia fratch
France Scotland frasco
Gabon Bermuda gabber
Gambia Bolivia gambol
Ghana Latvia ghalva
Gibraltar Bermuda gibber
Guyana Dominican Republic guydom
Honduras Estonia honest
Hungary Germany hunger
Iceland Andorra island
Jamaica Panama jampan
Lebanon Bermuda libber
Lebanon Brazil libbra
Lebanon Kenya libken
Lebanon Netherlands Antilles libant
Lesotho Liechtenstein leslie
Lesotho Senegal lessen
Liechtenstein Germany lieger
Liechtenstein Norway lienor
Madagascar Denmark madden
Madagascar Nepal madnep
Morocco Angola marang
Morocco Canada marcan
Morocco Saint Vincent and the Grenadines marvin
Morocco Thailand martha
Namibia Madagascar nammad
Netherlands Antilles Dominican Republic antdom
Netherlands Denmark holden
Niger Germany nigger
Niger North Yemen nignye
Northern Ireland Lesotho nirles
Oman Guatemala omagua
Palestine, British Mandate Madagascar palmad
Palestine, British Mandate Morocco palmar
Panama Aden panade
Panama Namibia pannam
Panama Tunisia pantun
Paraguay Aden parade
Paraguay Angola parang
Paraguay Palestine, British Mandate parpal
Paraguay Tanzania partan
Peru Chad percha
Peru Norway pernor
Poland Luxembourg pollux
Portugal Germany porger
Portugal Oman poroma
Puerto Rico Dahomey purdah
Puerto Rico Germany purger
Puerto Rico Palestine purple
Romania Peru romper
Romania Peru rouper
Russia Siam russia
Russia Sudan russud
Réunion Benin reuben
Samoa Palestine sample
Samoa Panama sampan
Scotland Czechoslovakia scotch
Singapore Germany singer
Somalia Bermuda somber
Sudan Denmark sudden
Tahiti Singapore tahsin
Taiwan Panama taipan
Tanzania Burma tanbur
Tanzania Germany tanger
Tanzania Guam tangum
Tanzania Netherlands tanned
Thailand Czechoslovakia thatch
Trinidad and Tobago Chile trichi
Trinidad and Tobago Kiribati trikir
Trinidad and Tobago Libya trilby
Trinidad and Tobago Nigeria tringa
Trinidad and Tobago Palestine, British Mandate tripal
Trinidad and Tobago Palestine triple
Tunisia Norway tunnor
Turkey Bangladesh turban
Turkey Botswana turbot
Turkey Kenya turken
Turkey Netherlands turned
Turkey Tanzania turtan
United States Germany usager
Venezuela Germany venger
Wales Russia walrus
Zaire Thailand zaitha
Zambia Angola zamang

1 Obsolete codes are included, word list source

Update June 22: Get the code at Github and check with your own word list (e.g. in your language).

Tabus und Ausgrenzung scheitern – Was tun mit bösen Meinungen im Internet?

In meiner Timeline habe ich vor einiger Zeit einen Artikel von Claudia Roth in der “Welt” gesehen. Unter der Überschrift Über Homosexualität darf man nicht streiten argumentiert sie, warum allein die Diskussion mit Homosexuellen-Gegner schon falsch ist.

Meine erste spontane Frage war: “Und was sollte man statt streiten tun? Sich prügeln?”

License: CC-by-sa warrenski/flickr

“Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”
License: CC-by-sa warrenski/flickr

Dann wurde mir klar, dass das Thema eigentlich einen umfassenden Blog-Artikel wert ist, denn die dahinter stehende Haltung beschäftigt mich schon seit Jahren.

Claudia Roths Gedanken sind exemplarisch für eine breit geteilte Auffassung, nach der bestimmte Meinungen so böse und schädlich sind, dass sie von der (öffentlichen) Diskussion ausgeschlossen, also tabuisiert sein sollten. Einher geht dabei oft die Forderung, dass die bösen Menschen, die diese Ansichten teilen, auch sozial ausgegrenzt werden.

Weitere Beispiele für Tabus sind der Berliner Konsens, der Straftatbestand der Holocaustleugnung und das Zitat “Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”.

Ich glaube, dass Tabus und Ausgrenzung zukünftig kaum noch funktionieren werden. Die kurze Begründung dafür ist: Das Internet ist schuld.

Für die längere Begründung trage ich im FAQ-Stil die mir bekannten Pro-Argumente für Tabus zusammen und entgegne ihnen. Schließlich will ich – nachdem ich erläutert habe, warum Tabus nicht mehr funktionieren werden – auch vorschlagen, was stattdessen funktionieren könnte.

“Durch Tabuisierung böser Meinungen kommen weniger Menschen in Kontakt mit diesen, ihre Verbreitung wird also verhindert.”

Beispiel: Dank des Straftatsbestands der Holocaustleugnung ist der Leuchter-Report in Deutschland nicht verfügbar.

Gegenargumente:

Im Internet haben Tabus immer weniger praktische Relevanz, wenn es um Verfügbarkeit geht. Ein sehr deutliches Beispiel dafür ist die Holocaustleugnung. Sie steht in vielen Ländern unter Strafe, darunter auch in Deutschland, dennoch ist es dank des Internets problemlos von Deutschland aus möglich, an umfangreiche Holocaustleugnungen zu kommen. So wird der o.g. Leuchter-Report direkt von seiner englischsprachigen Wikipedia-Seite aus verlinkt. Dies gilt auch für andere tabuisierte Ansichten: Webseiten von Homosexuellen-Gegnern, Sexisten, Rassisten finden sich im Netz zu Hauf.

Man kann fast sagen: Egal, welche rassistische, sexistische oder menschenverachtende These ich suche – im Internet gibt es immer eine Webseite dazu.

Die konkrete praktische Wirkung, nämlich die Verhinderung der Verbreitung, kann ein Tabu also höchstens noch bei schlecht versierten Google-Benutzern entfalten. Eine praktische Relevanz von Tabus ließe sich eigentlich nur mit einer effektiven Internet-Zensur wiederherstellen.

“Wenn schon Tabus nicht Verbreitung böser Meinungen verhindern, so erschweren oder verlangsamen sie diese wenigstens.”

Beispiel: Wenn ein Holocaust-Leugner nicht im Fernsehen auftreten und den Leuchter-Report vorstellen darf, erfahren weitaus weniger Menschen von diesem Report.

Gegenargumente:

Dieser Punkt ist heute zum Teil noch wahr. Allerdings wird das nicht mehr lange so bleiben.

Es gibt heute tatsächlich noch große Reichweiten-Unterschiede zwischen verschiedenen Medien und einzelnen Internet-Nutzern mit Facebook- und Twitter-Konto. Wenn sich hier nun “die Großen” zusammenschließen, um ein Tabu durchsetzen, können sie tatsächlich die Verbreitung verlangsamen. “Totschweigen” ist der bekannte Begriff dafür.

Diese Reichweiten-Unterschiede bestehen heute noch zum einen über das Medium: Immer noch viele Leute schauen ausschließlich oder größtenteils Fernsehen und haben kein Internet; was also im TV nicht vorkommt, kommt nicht bei ihnen an.

Ebenso gibt es Reichweiten-Unterschiede aufgrund von Reputation und Bekanntheit: Das Blog von Lieschen Müller ist genauso weltweit zugänglich wie Spiegel Online, allerdings wird Spiegel Online aus verschiedenen Gründen öfter regelmäßig gelesen.

Beides aber verändert sich gerade massiv: Die Nur-TV-Gucker kriegen immer öfter Internet. Oder sie sterben weg und Internet-Nutzer wachsen nach. Und auch wenn Frau Müllers Blog heute nicht gelesen wird, so wäre das morgen sicher ganz anders, wenn sie dort als einzige ein Foto von einem im Hudson River notgelandeten Flugzeug oder ein Video von einem herabstürzenden Kometen hätte.

Es gibt unzählige Beispiele für solche viralen Verbreitungen. Ihnen gemein ist, dass sie vielleicht verstärkt oder nicht verstärkt, aber nicht verhindert werden können, solange es genügend Interesse an der Information gibt.

Das oben genannte Beispiel können wir daher zum Test mal umformulieren: Wenn ein Geheimdienst-Mitarbeiter nicht im Fernsehen auftreten und die Geheimdokumente über globale Überwachung vorstellen darf, erfahren weitaus weniger Menschen von diesen Dokumenten.

Nun, ein Gegenbeispiel ist uns da gut bekannt.

“Durch die soziale Ausgrenzung böser Menschen, die böse Meinungen vertreten, wird das Leben dieser bösen Menschen erschwert. Schließlich wird bei ihnen der Leidensdruck so groß, dass sie aufhören, böse Meinungen zu verbreiten oder überhaupt zu haben.”

(Auch für Zuschauer entsteht hier eine Wirkung: Sie sehen, was einem droht, wenn man böse Ansichten hat. Sie vermeiden somit schon im Voraus, böse Ansichten zu äußern oder über sie überhaupt erst nachzudenken.)

Beispiel: Jemand, der die Gleichwertigkeit homosexueller Lebensweisen bezweifelt, darf nicht mehr in seine Lieblingskneipe gehen. Dadurch wird sein Leben freudloser, er stellt somit seine Ansicht in Frage, ändert sie und kann schließlich nach ausreichend Reuebekundungen wieder in seine Lieblingskneipe. (Andere “Homophobe” haben währenddessen lieber erst ganz auf die Äußerung ihrer Haltung verzichtet.)

Gegenargumente:

Dieser Punkt begann sich schon mit der Urbanisierung zu verändern und erfährt durch das Internet nochmal einen weiteren Schub.

Wenn ich in einer Dorfgemeinschaft lebe, habe ich tatsächlich wenig Auswahl, meine lebensnotwendigen Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn der Bäcker, der Arzt und der Schmied sich zusammentun und mich ausgrenzen, ist quasi mein Leben bedroht, zumindest aber massiv erschwert. Auch die potenziellen Partner für meine sozialen Bedürfnisse (Freunde, Sex- und Lebenspartner) sind äußerst begrenzt. Es ist also sehr riskant, es sich mit zu vielen zu verscherzen.

Als Stadtbewohner ist das schon anders. Es ist unwahrscheinlicher, dass sich sich alle Bäcker oder Ärzte zusammentun, da es eben mehr Leute sind, die alle von meiner Boshaftigkeit überzeugt sein müssen. In einer Großstadt ist das quasi vollends unwahrscheinlich.

Und so wie Bäcker und Ärzte, die meine physischen Bedürfnisse befriedigen, ersetzbarer geworden sind – so führt das Internet auch dazu, dass meine Bekannten und Freunde, die meine sozialen Bedürfnisse erfüllen, ersetzbarer werden. Natürlich mag der Bruch einer Freundschaft dennoch unangenehm und für vieler ein tragischer Verlust sein, aber die Folgen werden tragbarer. Es folgt dann eben nicht zwingend erst eine lange Periode Einsamkeit, bis man wieder jemanden seinesgleichen gefunden hat – dank Internet geht das heute viel schneller.

Aus dem Grund findet man wohl auch Konformismus häufiger auf dem Land, und Querdenker hat es schon immer eher in die Städte und Metropolen gezogen. (Das heißt übrigens nicht, dass es nicht auch in Großstädten Konformisten gibt – nur die Querdenker sind dort eben nicht allein.) Mit dem Internet wird das extremer: Es ist nicht nur eine Millionen-, sondern eine Milliarden-Metropole.

Das Drohpotenzial einer Ausgrenzung ist also dank des Internets viel geringer. Anknüpfend an den o.g. Satz kann man sagen: Egal, wie rassistisch, sexistisch oder menschenverachtend ich bin – im Internet finde ich immer jemanden anderes, der es auch ist.

“Menschen, die unter bösen Meinungen besonders leiden, kommen dank Tabus seltener in Situationen, in denen sie solche Meinungen mitkriegen – und dabei Leid erfahren müssen”

Beispiel: Wenn es ein Tabu ist, die Gleichwertigkeit homosexueller Lebensweisen in Frage zu stellen, bekommen Homosexuelle seltener das Gefühl, nicht gleichwertig zu sein.

Gegenargumente:

Mit diesem Punkt würde ich zunächst noch am ehesten mitgehen. Es mag tatsächlich sein, dass ein Tabu die regelmäßige Konfrontation mit einer bösen Meinung verringert oder zumindest kontrollierbarer macht: Wenn das Infragestellen homosexueller Lebensweisen ein Tabu ist, was nur in dunklen Internet-Foren stattfindet, dann begegne ich dem zumindest im normaler Alltag nicht, zumindest viel seltener. Wenn ich also unter dieser Infragestellung besonders leide, würde ich dank des Tabus seltener leiden.

Allerdings können Tabus keine zufriedenstellende Lösung gegen das Leiden sein. Schließlich gibt es viele Inhalte, die bei manchen Menschen leidvolle Situationen hervorrufen können: Jemand, der kürzlich sein Kind bei einem Amoklauf verloren hat, könnte durch die filmische Nachstellung oder die Nachricht über einen neuen Amoklauf leiden. Es wäre keine gute Lösung, die Thematisierung von Amokläufen nun komplett mit einem Tabu zu belegen.

An solchen Stellen wird heute oft schon mit sogenannten Triggerwarnungen gearbeitet: Man weist die Leser zu Beginn darauf hin, dass gleich eine Thematisierung kommt, die Leid verursachen kann. Das ist vom Prinzip her ein sinnvoller Ansatz: Nicht der Sender wird beschränkt, etwas überhaupt zu sagen; sondern es wird dem Empfänger überlassen, was er rezipieren möchte.

Diese Filtersouveränität ist also effektiver, um Menschen leidvolle Begegnungen mit bösen Meinungen (oder sonstigem “Leid-triggerndem”) zu ersparen.

Übrigens, genauso wie es Filtersouveränität geben sollte, sollte es auch so etwas wie “Beteiligungs-” oder “Sende-Souveränität” geben: Ob man seine Meinung äußert oder lieber für sich behält – ob man zB als Homosexueller Fragen über seine Lebensweise beantwortet – so etwas sollte natürlich jedem selbst überlassen sein. Das Verbot, eine Meinung zu äußern, sollte nicht im anderen Extrem zu einem Gebot werden.

Alternativen zu Tabus

Wenn also Tabus nicht mehr so wirkungsvoll sind, wir könnte man stattdessen mit bösen Meinungen umgehen? Ich sehe da im Prinzip zwei Strategien: Ignorieren und Aufklären.

Welche man davon wählt, sollte (neben dem eigenen Interesse, siehe “Sende-Souveränität”) vor allem davon abhängen, welche Relevanz die böse Meinung hat. Relevanz wiederum definiert sich darüber, ob eine bestimmte Anzahl an Menschen erreicht ist, die eine böse Meinung für gut befinden. Und diese “bestimmte Anzahl” kann auch variieren je nach Reichweite des eigenen Mediums, über das man senden kann.

Andere Faktoren, wie zB die Bösartigkeit der Meinung, sollten explizit keine Rolle spielen.

Ein Beispiel:

  • Angenommen, manche Menschen halten die Gleichwertigkeit von Rothaarigen für nicht gegeben. Sie finden stattdessen, Rothaarige sollte keine Rechte besitzen und anderen Menschen als Sklaven dienen. Die Meinung wird jedoch von kaum jemandem geteilt.
    Zweifelsohne ist diese Meinung menschenverachtend. Dennoch wäre hier Ignorieren ein sinnvoller Umgang damit. Denn eine detailreiche Thematisierung und Aufklärung, insbesondere in einem Reichweiten-starken Medium, würde dieser Meinung nur eine falsche Relevanz zuschreiben.
  • Angenommen aber, diese Meinung würde von vielen Menschen geteilt werden: Mehr als 30% würden bezweifeln, dass Rothaarige volle Menschen- und Bürgerrechte haben sollten.
    Hier wären sicher Thematisierung und Aufklärung sinnvoll, ja sogar sehr wichtig. Denn keine Aufklärung würde bedeuten, dass sich mögliche Fehlannahmen über Rothaarige unwidersprochen verbreiten könnten.

Der Verzicht auf Tabus bedeutet also nicht den Verzicht auf Kritik. Ganz im Gegenteil: Der Verzicht auf die Tabuisierung einer bösen Meinung kann sogar die Kritik daran vereinfachen oder gar erst richtig ermöglichen: Denn um eine These zu kritisieren, muss man sie erst einmal darstellen. Je ausführlicher man das tun kann, auch indem eben die Vertreter der These selbst zu Wort kommen, desto originalgetreuer ist diese Darstellung und somit desto zielgenauer, detailreicher, tiefergehender und damit auch überzeugender die Kritik.

Rowan “Mr. Bean” Atkinson hat das übrigens noch besser formuliert, ihm überlasse ich das Schlusswort:

‘I am not intolerant’, say many people; say many softly spoken, highly-educated, liberal-minded people: ‘I am only intolerant of intolerance’. […] if you think about this supposedly inarguable statement for longer than five seconds, you realize that all it is advocating is the replacement of one kind of intolerance with another. Which to me doesn’t represent any kind of progress at all.

Underlying prejudices, injustices or resentments are not addressed by arresting people: they are addressed by the issues being aired, argued and dealt with preferably outside the legislative process. For me, the best way to increase society’s resistance to insulting or offensive speech is to allow a lot more of it. As with childhood diseases, you can better resist those germs to which you have been exposed.